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Aktualisiert: Jan 24

Eine stark gekürzte Geschichte der Gewalt – Von der Kolonie bis heute

Das Zentrum des afrikanischen Kontinents gleicht wohl einer magischen Welt. Dichtester Urwald, aus dem sich kilometerhohe Vulkane erheben, weite Savannen-Landschaft, bevölkert von unzähligen exotischen Tieren, riesige Seen, aus denen sich Flüsse ergießen, die sich gen Norden bis nach Kairo und gen Süden bis in das heutige Mosambik schlängeln, dazu der mächtige Strom des Kongo, des wasserreichsten Fluss Afrikas, der die Landschaft seit Jahrmillionen geprägt hat.

Das „grüne Herz Afrikas“ ist ein Schmelz-Tiegel der Kulturen und eine scheinbar unerschöpfliche Quelle von Reichtum. Gold, Eisen, Kupfer, Ton, sogar Uran lagern hier wenige Meter unter der Erde. Der starke Vulkanismus der Region sorgt außerdem für sehr fruchtbare Böden und die daraus entstehende exotische Fauna für Exportschlager wie Elfenbein oder Tigerfelle.


Als die ersten Europäer*innen gegen Ende des 15. Jahrhunderts eine erste Audienz beim König des Kongo gewährt bekamen, mussten sie den Reichtum der Region schnell bemerkt haben. Und so wurde dem Kongobecken – wie dem größten Teil der damaligen Welt – schnell das Joch der Kolonialherrschaft auferlegt. Die Portugies*innen waren am engagiertesten bei der Sache. 1665 besiegten sie die Armee des Königreichs Kongo in der Schlacht von Ambuila und zerschlugen das Gebiet in vereinzelte und machtlose Provinzen.¹ Aus engen Handelsabkommen entwickelte sich ein Vasallenstaat, aus dem Vasallenstaat eine Kolonie. Ab diesem Punkt befand sich der Kongo in einer dramatischen Abwärtsspirale, begleitet von den unzählbaren Arten menschlicher Grausamkeit.

Die Portugies*innen, welche das Kongobecken vor allem für den Export von Sklav*innen kolonialisiert hatten, bekamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts Schwierigkeiten auf dem Absatzmarkt: Der amerikanische Bürgerkrieg und die fortschreitende Demokratisierung Europas hatten den Menschenhandel zu einem etwas prekäreren Geschäft gemacht und so schwanden die Einnahmen Portugals dahin.

In dieser Situation trat der belgische Thronfolger Leopold II. auf den Plan Zentralafrikas. Der junge König Leopold borgte sich von überall Geld zusammen, mit welchem seine private Kongo-Stiftung im Zuge der Berliner Kongokonferenz von 1884 das Gebiet des einstigen Königreichs aufkaufte. So wurden die magische und unbekannte Welt im Kongobecken – und all ihre Bewohner*innen mit ihr – kurzerhand privatisiert.²



In den vierzig Jahren zwischen 1880 und 1920 brachten die Kolonialherr*innen, entweder mit ihren eigenen oder mit den durch Angst gekauften Händen, die Hälfte der indigenen Bevölkerung um.³ Vor allem der exzessive Kautschuk-Anbau unter dem belgischen Regime und die dadurch fehlenden Weide- und Ackergründe sowie die harte und gefährliche Arbeit des Kautschuk-Sammelns rafften die Bevölkerung nur so dahin. Die Belgier*innen brauchten den Kautschuk für die Produktion von Gummi, das, im Zuge der sich entwickelnden Automobilindustrie und des ersten Weltkriegs, zum Exportschlager geworden war.⁴ Es wurde aufgrund dieser Wirtschaftlichkeit zur gängigen Methode, ein Dorf zu umzingeln, die Bewohner*innen festnehmen zu lassen und die Männer von den Frauen und Kindern zu trennen. Während ihre Familien in den Kolonialgefängnissen litten, wurden die Männer gezwungen zum Kautschuk sammeln in den Urwald zu ziehen, um dort auf Bäume zu klettern und den Lianen den Kautschuksaft zu entnehmen. Taten sie das nicht oder flohen sie bei der Arbeit vor den Weißen, brachte man ihre Familien um; sammelten sie zu wenig Kautschuk, schlug man ihnen die Hände ab. Konnten sie bei mehrwöchigen Gewaltmärschen nicht mehr laufen oder beschwerten sich, schlug man sie mit einer Nilpferdpeitsche.⁵

Die Grausamkeiten, die die private Kongoverwaltung König Leopolds in diesen Jahren im Kongo verübte, legten das Fundament für die unzähligen Konflikte des 20. und 21. Jahrhunderts, die das Kongobecken bis heute immer wieder erschüttern.

Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts begannen Kongoles*innen, große Proteste zu bilden, die bald einige Bergbau- und Kautschukgebiete kurzzeitig lahmlegten. Allerdings hatten die Belgier*innen zuverlässige Infrastruktur einrichten lassen, die nur Weißen zugänglich war und ihrer Machtsicherung diente. So wurden diese Proteste immer wieder niedergeschlagen.⁶

Nach dem Zweiten Weltkrieg erließ die Kolonialverwaltung erste Gesetze, die ein Ende der Segregation zumindest vorstellbar machten: Mit dem Bürgerverdienstausweis standen die wenigen schwarzen Ausweisträger*innen unter belgischem Recht und nicht weiter unter dem „traditionellen Recht“ wie der Rest der Bevölkerung. 1954 wurden außerdem die erste Schule und die erste Universität für Afrikaner zugänglich.⁷


1960 zog sich die Kolonialverwaltung auf einmal in Windeseile aus der Verantwortung im Kongo: Die moralischen und wirtschaftlichen Einbußen der Kongostiftung waren – auch im Zuge der Dekolonialisierung in anderen afrikanischen Ländern – zu groß. Die Proteste in der Kolonie waren nicht unter Kontrolle zu halten und die Bevölkerung in Belgien machte der Regierung immer heftigere Vorwürfe. Es folgten chaotische Zustände in den Straßen von Leopoldville, dem heutigen Kinshasa. Belgische Verwalter*innen und Soldat*innen flohen und desertierten. Die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Kongo (DRK) folgte im Frühjahr 1960. Im Juni wurde der erste schwarze kongolesische Präsident Patrice Lumumba zum Regierungschef gewählt.⁸

Der Schritt zur Demokratie war äußerst schlecht vorbereitet: Es mangelte massiv an gebildeten Menschen, die die nötigen Aufgaben und Funktionen übernehmen konnten. So gab es zu diesem Zeitpunkt in der gesamten DRK nur 30 Afrikaner*innen mit Hochschulabschluss und unter den 5000 Beamten der ersten Regierung waren nur drei Kongoles*innen.⁹


Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts – befeuert von den Machtkämpfen des kalten Krieges – brachte der jungen Demokratie zwei Putsche und etliche Konflikte, die sich wie ein blutiges Band bis heute durch die Geschichte der Republik ziehen. Lumumba wurde zwei Monate nach seinem Präsidentschaftsantritt entmachtet, floh in den Osten des Landes und wurde auf seiner Flucht von der CIA und belgischem Militär gefangen genommen, gefoltert und schließlich in Kinshasa umgebracht.¹⁰


Patrice Lumumba | Joseph Dèsiré Mobutu (rechts im Bild)


Als Mörder und Königsmacher setzten die westlichen Mächte nun ihre langen Hebel in Bewegung, um ihren Favoriten, Joseph Dèsiré Mobutu, ins Präsidentenamt zu bringen. Mobutu putschte sich 1963 mit der direkten Hilfe Kennedys an die Macht¹¹ und bekam dafür in den nächsten Jahren exorbitante Summen von den USA, Frankreich und anderen europäischen Ländern zugesteckt.

Das von Mobutu geleitete und 1970 zu Zaire umbenannte Land verarmte zunehmend – ganz im Gegensatz zu seinen Eliten. In bester Manier der Militärregime dieser Epoche bedienten sich Mobutu und sein Gefolge an der Staatskasse, ließen Geld drucken, als das alte nichts mehr wert war, und setzten alle staatlichen Ressourcen zunächst zu ihrem eigenen Vergnügen ein.¹²

Die Infrastruktur des Kongo zerfiel während der 32-jährigen ­Mobutu-​Zeit fast vollständig. Das ging so weit, dass 1984 der oberste Gerichtshof die Veröffentlichung der Urteile aus Kostengründen einstellte und damit eine einheitliche Rechtsprechung im Land de facto unmöglich machte.¹³

Mit dem zunehmenden Zerfall der Staatlichkeit unter Mobutu bildeten sich überall im Land rechtsleere Räume, in denen bewaffnete Gruppen die Aufgaben von Lokalregierungen übernahmen. Die mutuelles genannten Milizen dienten darüber hinaus der Selbstverteidigung und orientierten sich meist entlang ethnischer Gruppen.¹⁴ Im entfernten Osten des Landes konzentrierten sich in dieser miserablen Lage die Konflikte zwischen einigen der mutuelles.

Der ruandische Völkermord und seine Folgen heizten den politischen Schnellkochtopf des Ostkongo weiter an.¹⁵ Viele überlebende Tutsi sowie einige tausend Hutu, die entweder die Macht des faschistischen Regimes in Ruanda fürchten mussten oder als Mörder*innen vor den Kriegsgerichten davonliefen, flohen großteils in Richtung Westen – in das Gebiet des Virunga Nationalparks.¹⁶

In diesem Gebiet brach 1996 der Erste Kongokrieg aus. Dem Rebellenführer Laurent-Désiré Kabila gelang es, mithilfe ruandisch-ugandischer Unterstützer*innen den alten und sehr reichen Machthaber Mobutu zu stürzen und sich selbst 1997 zum Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo auszurufen.


Doch auch nach dem Ende von Sklaverei, Diktatur und Rebellion war kein Frieden in Sicht, denn die ugandischen und ruandischen Eliten trieben guten Handel mit den Milizen des Ostkongos und hatten somit kein Interesse an einer Stabilisierung der Region. In den östlich gelegenen Kivu-Provinzen, die durch Aufstände, ethnische Konflikte und kollidierende Wirtschaftsinteressen überstrapaziert und aufgeladen waren, wurde 1998 durch den Bruch Kabilas mit der ugandischen Elite der Zweite Kongokrieg ausgelöst.¹⁷

Im Laufe dieser Auseinandersetzung, die oft als Afrikanischer Weltkrieg bezeichnet wird, fiel der Ostkongo massiven Raubzügen zum Opfer: Die natürlichen Ressourcen der Region waren sowohl für die staatlichen Kräfte der DRK und ihre Verbündeten als auch für die verschiedenen Milizen und Armeen Ruandas und Ugandas von größtem Interesse.¹⁸ Im Januar 2001 wurde Laurent-Désiré Kabila in Kinshasa erschossen und sein Sohn Joseph Kabila übernahm das Präsidentenamt.¹⁹ Jedoch führte auch dieser Machtwechsel nicht zu einer Beruhigung des Konflikts.

Nach dem Start der Blauhelm-Mission MONUC im November 1999 und einem erfolglosen Interventionsversuch der Europäischen Union 2003 gelang es 2004, einen vorläufigen Friedensschluss auszuhandeln. Dieser stellte aber eher einen formalen Waffenstillstand als einen tatsächlichen Frieden sicher. Durch die Vielzahl der beteiligten privaten Kriegsteilnehmer*innen war ein wirksamer Friedensvertrag äußerst schwer umzusetzen. Die Konflikte kosteten binnen sechs Jahren an die vier Millionen Menschenleben – die meisten davon zivile Opfer. Gemessen an der Gesamtbevölkerung des Kongo gab es seit dem Zweiten Weltkrieg keine derart hohen Opferquoten.²⁰


Das grüne Herz – Der Schmelztiegel Virunga

Der Parc national des Virunga, wie er auf Französisch heißt, ist der älteste Nationalpark Afrikas. Er liegt in der Provinz Nord-Kivu, jenem Teil des östlichen Kongo, in welchem die beiden Kongokriege ihren Anfang nahmen und welcher wegen seiner mannigfaltigen Reichtümer die besondere Aufmerksamkeit der verschiedensten Akteur*innen genießt: Er beherbergt neben natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen auch die letzte Population von Berggorillas. Der Park ist ein Magnet für Tourist*innen aus westlichen Ländern und eine sichere Einnahmequelle, deren potenzieller touristischer Wert vom WWF auf 235 Millionen US-Dollar pro Jahr geschätzt wird.²¹



Für den Schutz des Parks ist das Institut Congolais pour la Conservation de la Nature (ICCN) zuständig. Das Institut wurde 1975 ins Leben gerufen und ist laut eigener Aussage mit der Sicherheit in sämtlichen staatlichen Naturschutzgebieten der DRK betraut, welche ein knappes Zehntel der Fläche der Republik ausmachen.²²

Die Leitung des für den Virunga zuständigen Teils des ICCN lag bis 2018 beim belgischen Adeligen Emmanuel de Merode, welcher mit circa 400 Ranger*innen Natur und Menschen im Virunga-Park schützte.

Die Hauptaufgabe der Ranger*innen besteht darin, Wilderer und Wilderinnen davon abzuhalten, sich über das Großwild der Region herzumachen. Denn immer noch lassen sich auf dem Schwarzmarkt Spitzenpreise für Elefantenstoßzähne, Aschenbecher aus Gorilla-Pfoten und diverse Pelze erzielen. Um im Kampf gegen die Wilderei Autorität behaupten zu können, laufen die Ranger*innen des ICCN schwer bewaffnet durch die Steppen und Wälder des Virunga. Wie lebensgefährlich die Arbeit im Virunga-Park ist, zeigt die vom ICCN veröffentlichte Zahl toter Ranger*innen, die im Winter 2019 175 betrug.²³

Der Film Virunga. Der Kampf um die Natur erzählt die Geschichte Emmanuel de Merodes auf eine durchaus fragwürdige Art und Weise²⁴: Als 2012 der Krieg im Ostkongo abermals eskalierte, drohten Rebell*innen der Gruppe Mouvement du 23-Mars (M23) den gesamten Virunga-Park unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die M23 war 2012 aus einer Parallelarmee innerhalb der Forces armées de la République démocratique du Congo (FARDC), der kongolesischen Staatsarmee, entstanden und konstituierte sich vor allem aus kongolesischen Tutsi, die sich im Ostkongo gegen eine ruandische Hutu-Miliz behaupten wollten. Die spätere M23-Gruppierung wurde allerdings erst 2009 als Tutsi-Miliz Congrès national pour la défense du peuple (CNDP) in die FARDC aufgenommen und behielt sich innerhalb der kongolesischen Armee eine eigenständige Befehls- und Informationskette vor.²⁵

Laut dem Film Virunga wurde de Merode damals vor die schwierige Entscheidung gestellt, entweder seine Autorität im Park aufzugeben oder mit den Rebell*innen kooperieren zu müssen.

Zeitgleich äußerte die britische Ölfirma SOCO ein starkes Interesse an den kürzlich entdeckten Ölvorkommen der Region und schloss zwielichtige Deals mit den verantwortlichen Ministerien des damaligen Präsidenten Joseph Kabila. Diese Deals widersprachen aber der kongolesischen Verfassung, welche den Schutz des Parks unter allen Umständen vorschreibt. Außerdem hatte die Zentralregierung in Kinshasa so gut wie keine Macht über die unzugängliche und umstrittene Region in Nord-Kivu. Da de Merode sich weigerte, den Park zur Ölförderung freizugeben, wandte sich SOCO an die M23.²⁶


Hier gehen die Berichterstattungen auseinander. Denn während das Narrativ des Films dem ICCN das Alleinstellungsmerkmal des Retters der Natur zuschreibt, zeigen andere Quellen sowie das Ausbleiben von Virunga-Öl auf dem freien Markt, dass auch die als Terroristen bezeichneten M23-Kämpfer*innen kein besonders großes Interesse an der Ausbeutung des Parks durch britische Industrielle hatten. Sowohl der ICCN als auch die M23 wussten schon damals, wie sich das meiste Geld und die größte internationale Anerkennung mit dem Gebiet gewinnen ließe: Der Ökotourismus ist seit den Nullerjahren im der globalen Norden zum Boom-Geschäft geworden. Weiße wollen unberührte Natur sehen und unter anderem die „Wildheit Afrikas“ bestaunen, und so machte sich die Miliz M23 daran, Tourist*innen für einige hundert Euro zu den weltberühmten Berggorillas zu führen und Naturschutzprogramme zu entwickeln, um den Park auch nachhaltig bewirtschaften zu können. 2013 zog sich die M23 im Zuge eines Streits zwischen Ruanda und Uganda wieder aus dem Virunga zurück und die Besucher*innen blieben dem ICCN anvertraut.²⁷

Als 2018 zwei britische Touristinnen von der ruandischen Miliz Forces Démocratiques de Libération du Rwanda (FDLR) entführt wurden, musste der ICCN den Park schließen. Die durch die angespannte Situation ohnehin unzuverlässigen Einnahmen, die der Tourismus einbrachte, brachen vollständig weg und hinterließen neben einem Loch im Image auch ein Loch im Budget des ICCN.


Karte des Virunga-Nationalparks
Karte des Virunga-Nationalparks (eigene Darstellung)

Das Fehlen von Sicherheit im Virunga-Park verhindert also einen nachhaltigen Tourismus, der – so sind sich ICCN und M23 einig – die sinnvollste Art der Bewirtschaftung des Parks darstellt.


Warlords, Ranger, Bauern

An dieser Stelle ist es sinnvoll, den Fokus auf die gravierenden strukturellen Probleme des östlichen Kongos zu setzen: Die äußerst komplexe und enge Vernetzung von militärischen und zivilen Strukturen, die in einer Art halb-freiwilligen Symbiose miteinander leben müssen; die schiere Menge an sich-immer-wandelnden Milizen²⁸ und die daraus resultierende wirtschaftliche und soziale Realität für die zivile Bevölkerung.



Wie eine Netzwerkanalyse der Beziehungen der Akteur*innen innerhalb der Virunga-Region zeigt, sind die Verstrickungen von zivilen und militärischen Strukturen unter den gegebenen Umständen nicht oder nur sehr schwer auflösbar.²⁹

Die Menge der bewaffneten Gruppen und das Fehlen eines Gewaltmonopols machen die zivile Gesellschaft zur Zielscheibe für Überfälle, Erpressung und Brandschatzung. Dieser Umstand zwingt die zivilen Gemeinschaften dazu, entweder selbst militant zu werden – eine Entwicklung, die schon zu Mobutu-Zeiten im Zuge der Entstehung der mutuelles beobachtet werden konnte – oder durch Schutzgeld- und Steuerzahlungen Protektion bei einer schon existierenden Miliz zu suchen. Eine Situation also, in der es keine einheitliche Staatlichkeit mehr gibt, in der rechtsleere Räume en masse existieren und in der die immer changierenden Machtverhältnisse zwischen bewaffneten Gruppen keine auch nur ansatzweise berechenbaren Sicherheiten zulassen.

Im Jahresbericht des Fragile State Index liegt die DRK auf dem fünftletzten Platz der Welt.³⁰ Der Eindruck eines gescheiterten Staates zwingt sich auf.

Durch die Vielzahl der Milizen und die relative Machtlosigkeit der Zentralregierung, das heißt aufgrund der zahllosen strukturellen Probleme des kongolesischen Staats, ist die Bildung eines Gewaltmonopols faktisch unmöglich. Wie das Beispiel der M23 zeigt, bilden sich selbst innerhalb der staatlichen Armee Parallelstrukturen mit eigenen Befehlsketten und Zielen, die genauso schnell in die Streitkräfte integriert werden, wie sie wieder aus ihnen herausbrechen.



Die ständigen Verschiebungen der Machtverhältnisse der Akteur*innen stehen sicherlich mit der Verschmelzung der sozialen Geflechte in Wechselwirkung: Die bewaffneten Gruppen existieren nicht geschlossen für sich, sondern sind tief in die zivile und militärische Gesellschaft eingebettet. Sie beziehen Information und Versorgung, Rekrut*innen und Waffen durch oder mithilfe ihrer Vernetzung mit der Zivilbevölkerung und dem Militär. Es gibt also weder in der Theorie noch in der Praxis irgendeine klare Linie zwischen offiziellem und inoffiziellem Netzwerk, zwischen ziviler und militärischer Struktur.³¹ Die Assoziationen der Akteur*innen bilden sich scheinbar nicht aufgrund der Kategorie ihrer sozialen Funktionen, sondern eher aufgrund der Nützlichkeit dieser oder jener Kooperation je nach aktueller Situation und Interessenlage.

Es ist dieses undurchsichtige Verhältnis aller Beteiligten, welches das Leben und Arbeiten im Virunga äußerst gefährlich macht. Beispielhaft dafür ist ein Militärkonvoi, der nur zweimal am Tag die sechzig Kilometer durch den Urwald von der Millionenstadt Rutshuru bis in die nächsten Städte Rwindi oder Goma fährt und ohne den man nicht hoffen darf, das andere Ende der Straße zu erreichen.³² Auf den Feldern, die Rutshuru umgeben, ist es gefährlich, weiter außen zu arbeiten, wo die Waldgrenze nah und der Schutz der Häuser ferner ist. Nicht selten kommt es vor, dass Feldarbeiter*innen entführt und ihre Familien für Lösegeld erpresst werden. Im Fischerdorf Vitshumbi ist den Einwohner*innen das Einführen von Baumaterial, das Verlassen des Dorfes über die einzige Straße sowie das Fischen auf dem größten Teil des Eduardsee von der Parkbehörde ICCN untersagt. Bei Widerstand oder Nichtbefolgung wird scharf geschossen.³³


In dieser Situation sind Begriffe wie gut und böse schlichtweg fehl am Platz. Die bis an die Zähne bewaffneten Ranger*innen des ICCN haben in den letzten Jahren 175 ihrer Kollegen an die Milizen verloren. Die Milizen haben ihrerseits eine vermutlich wesentlich größere Zahl an Kämpfer*innen im Kampf gegen staatliche Kräfte und bei Überfällen sterben sehen, und die zivile Bevölkerung wird ohnehin immer wieder und von allen Seiten überfallen, gebrandschatzt und gemordet.

Unter solchen Umständen zu leben, ist für Menschen hierzulande nicht wirklich begreifbar, und man begibt sich auf sehr dünnes Eis, wenn man versucht, aus unbekannten Umständen auf die Probleme fremder Menschen zu schließen – gerade im Kontext von Kolonialgeschichte und dem ohnehin stark belasteten europäisch-afrikanischen Verhältnis. Es ist allerdings naheliegend den Gemeinschaften im Virunga eine gewisse Radikalität zu unterstellen. Gewalt und Angst sind dafür bekannt, Mauern zwischen Menschen zu errichten, und Mauern sorgen für die Ein- bzw. Ausgrenzung anderer. Diese Grenzziehung kann – wenn die Mauern der Angst zu hoch werden – eine Verständigung und Kompromissbereitschaft der in diesem Sinne radikalisierten Akteure schwierig bis unmöglich machen und damit einen beständigen Nährboden für weitere Gewalt bieten.³⁴


Das neoliberale Narrativ – Rechtfertigung der Gewalt

Wenn man in alledem dennoch eine/einen Verantwortlichen ausmachen möchte, eine „böse Rolle“ verteilen will, deren Verhalten stärker als das der anderen zu kritisieren ist, dann sollte man seinen Blick einmal auf die verschiedenen internationalen Akteur*innen richten, die oft eine sehr einseitige Geschichte erzählen oder hören wollen. Es scheint, als wären einige Parteien mit Scheuklappen ausgestattet oder hätten die Hoffnung auf einen Friedensprozess ohne Waffengewalt aufgegeben. Sowohl die EU als auch die offiziellen Stellen Kongos, als auch die Macher*innen des schon erwähnten Films Virunga: alle Geldgeber*innen der Virunga-Allianz rechtfertigen die Gewalt der staatlichen und halb-staatlichen Akteur*innen, beispielsweise die des ICCN, mit dem Aspekt des Naturschutzes.³⁵

Die Virunga-Allianz ist ein Zusammenschluss aus der Virunga-Stiftung, den Ranger*innen des ICCN sowie öffentlichen und privaten Partnern und wurde 2018 nach der temporären Schließung des Parks in Leben gerufen. Neben der Europäischen Union ist der drittreichste Mensch der Welt, ­Warren Buffet, Geldgeber der Allianz.³⁶

Auf Anfragen zur internen Verteilung der Gelder oder unbekannten Mäzenen der Virunga-Allianz antwortet deren Informationsstelle nicht. Der Internetauftritt erfüllt die typischen Kriterien der Selbstdarstellung eines nachhaltigen Start-Ups: In elegantem Minimalismus sieht man die Ziele der Organisation aufgelistet. Ein potenzieller Wirtschaftszuwachs von einer Milliarde US-Dollar, Texte und Zitate über Purpose und Philosophy der Vereinigung und viele bewegende Bilder von Gorillas, atemberaubenden Landschaften und freundlich schauenden Rangern, die mit ihren AKs in die Kamera lächeln.³⁷

Auf der Webseite der Allianz findet man die Mitglieder des Vorstands der Virunga-Stiftung. Die Stiftung ist das Rückgrat der Virunga-Allianz und Eigentümerin der Verträge, die dem Land seit der Kolonialzeit eine Verwaltung zuschreiben. Diese Verträge haben den Raubbau im Virunga vielleicht in Teilen verhindern können, doch sorgen sie auch heute noch dafür, dass das Land, auf dem sich der Park befindet, strengen Einschränkungen unterliegt und die lokale Bevölkerung nicht direkt an Entscheidungen über den Park beteiligt ist.³⁸ Zu den Vorsitzenden der Stiftung zählen unter anderem Jan Bonde Nielsen³⁹, ein umstrittener Geschäftsmann aus Dänemark mit besten Beziehungen zum holländischen Königshaus und einer sprunghaften Historie verschiedenster Investitionen in verschiedensten Wirtschaftsbereichen; François-Xavier de Donnea, ein belgischer Politiker der wirtschaftsliberalen Partei Mouvement Réformateur, und Michael Joseph⁴⁰, dessen Karriere ihn unter anderem zum Managing Director bei Vodafone, zum Partner der Weltbank und zum Vorsitzenden der Fluggesellschaft Kenya Airways machte⁴¹.

Von den insgesamt sechs Vorsitzenden der Virunga-Stiftung sind vier männlich und alle weiß. Das Management der Virunga-Region liegt also immer noch in den Händen von Ausländer*innen und Weißen, ohne dass die lokale Bevölkerung personell repräsentiert wird.



Wenn man nun dem Narrativ folgt, dass die Virunga-Allianz zeichnet, scheint es, als wäre der Park in guten Händen, und sobald die ärgerlichen Milizen vertrieben und die Sicherheit im Park wiederhergestellt wäre, könnte ein neues Zeitalter für den Virunga, ja für die ganze Republik beginnen.


In einem 2016 erschienenem Paper von Elizabeth Lunstrum wird der Begriff der Grünen Gewalt erstmals erwähnt. Lunstrum analysiert seit 2000 die Entwicklung des militarisierten Naturschutzes in Zentralafrika, unter anderem anhand von Facebook-Posts. Nach 2014 gab es einen in den Sozialen Medien zu beobachtenden Trend, Militäreinsätze mit dem Schutz der Fauna vor Wilderei zu rechtfertigen.

Da Wilderer stets bewaffnet sind, scheint es für die Behörden naheliegend zu sein, dass sie gleichzeitig einer Miliz angehören. Und da der Naturschutz als gute Rechtfertigung für Gewaltanwendung durchging, wurde es für Naturschutzbehörden bald zur Modalität, alle potenziellen Waffenträger*innen on sight zu erschießen.⁴²

Wie die Sheffielder Konfliktforscherinnen Judith Verweijen und Esther Marijnen weiter ausführen, ist diese Praxis auch im Virunga-Nationalpark von Seiten des ICCN bzw. der Virunga-Allianz zu beobachten.⁴³

Diese Rechtfertigungsstrategie übernimmt sowohl der Film Virunga als auch die Pressestelle der EU kritiklos. Der Film Virunga stellt die Ranger*innen als Held*innen, die Milizionär*innen aber als Wilderer und als Inkarnation des Bösen dar, und lässt der Landbevölkerung den Platz der dankbaren und machtlosen Schutzsuchenden.⁴⁴

Der Schutz der Natur, das in der Rhetorik Intrinsisch-Gute, bringt jede und jeden, der dieses Gute schützen will, in eine messianische Position, die allen Einsatz von Gewalt rechtfertigt. Kombiniert mit dem Bild eines wilden und strukturlosen Afrikas, das am besten mit Phrasen wie „Da unten ist das halt so.“ oder „Was soll man denn sonst machen?“ beschrieben werden kann, erscheint Gewalt auch als die einzige Möglichkeit, in das komplexe Geschehen im Virunga einzugreifen.⁴⁵

Obwohl der militante Naturschutz seitens Naturschutzorganisationen in der sogenannten westlichen Welt von Staaten verurteilt und zum Teil äußerst scharf verfolgt wird⁴⁶, scheint der staatliche bzw. staatlich legitimierte, militarisierte Naturschutz nicht nur moralisch und gesetzlich erlaubt zu sein, sondern darf sich zudem auch noch weitaus brutalerer Praktiken bedienen.

Um dies in Relation zu setzten: Man stelle sich vor, die Aktivist*innen von Greenpeace würden bei ihren Aktionen auf Castor-Transporte oder Walfänger scharf schießen und auch bei leisestem Verdacht auf ein Verbrechen gegen das Umweltrecht zu kriegerischen Maßnahmen greifen. Die Organisation wäre im Nu von Presse, Politik und der Exekutiven auseinandergenommen und würde als terroristische Vereinigung vor einem Gericht landen. Die Virunga-Allianz hingegen erfreut sich international höchster Beliebtheit und lebt finanziell von der Naturverbundenheit der geldgebenden Institutionen und der privaten Spender*innen.

Die als „neoliberales Narrativ“ bezeichnete Erzählweise der von Lunstrum beobachteten Facebook-Posts und des Films Virunga begründet Gewalt also als Notwendigkeit eines Friedensprozesses, in welchem ein Gewaltmonopol die Sicherheiten schaffen muss, in denen wirtschaftliche Ordnung eintreten kann.


Die Gewalt rechtfertigt sich durch die Struktur, die sie schaffen will. Armeen werden subventioniert, um das Land zu unterwerfen, auf dem die spätere Wirtschaftsordnung aufgebaut werden soll. Die Virunga-Allianz vertritt dieses Narrativ mit ihren eigenen Worten:

„Die 2011 etablierte, öffentlich-private Partnerschaft [die Virunga-Allianz, Anm. d. Verf.] gibt der Virunga-Stifung ein offizielles Mandat und die nötige Freiheit um ein schnelles und effizientes Naturschutz- und Friedensprogramm umzusetzen.“⁴⁷

Die Stichhaltigkeit einer solchen Argumentation mag äußerst sinnvoll und notwendig erscheinen. Doch wird sie flankiert von der bitteren Assoziation mit den Phrasen „Da unten ist das halt so.“ oder „Was soll man denn sonst machen?“ und diese entbehren einer gewissen Hoffnung, die, wie man denken könnte, für nachhaltigen Frieden notwenig ist.



Und wem wird ein solches Vorgehen am Ende nützen? Den Einwohnern in Ruthshuru und Vitshumbi, oder den Industriellen westlicher Nationen und den militärischen Machthabern im Virunga, die man allein aufgrund ihres Einflusses auf Bevölkerung, Politik und Infrastruktur in jede Wirtschaftsordnung integrieren müsste? Die vollständige Demilitarisierung in einem so unübersichtlichen Gebiet wie den Kivu-Provinzen ist durch Gewaltanwendung, so könnte man meinen, nicht realistisch.


Was also tun?

„Ich bin ein Mensch, nichts menschliches, denke ich, ist mir fremd.“, schrieb vor über 2000 Jahren der in Karthago geborene Punier Terenz. Zehn Jahre nach seinem Tod brannten die Römer seine Heimat nieder, brachten die Bewohner um und streuten Salz auf dem Land, auf das nie wieder etwas wachsen solle. Hätte Terenz diese Zeile geschrieben, hätte er von den Untaten der Römer oder dem Geschehen im Kongo zwei Jahrtausende später gewusst?

Denn obwohl all das Beschriebene denkbar ist, scheint es unserer Menschlichkeit doch fremd zu sein.


Die Debatte um einen richtigen Umgang mit den Problemen des Virunga oder der DR Kongo ist ebenso unmöglich mit einer einfachen Antwort abzuschließen wie die Frage nach einem guten oder bösen Akteur. Denn so vielfältig, wie die Dramen der einzelnen Schicksale und die Zahl der Milizen sind, so vielfältig sind auch die Argumente, die gegen diese oder jene Befriedungsstrategie sprechen.

Eins ist sicher: Will man einen tatsächlich holistischen oder humanitären Weg aus diesem Dauerzustand der Krise gehen, so muss es ein ebenso grundsätzlicher und komplexer Weg sein, wie der Konflikt im Virunga grundsätzlich und komplex ist.

Jede Konfliktlösung, die tatsächlich etwas anders machen will als alle bisherigen Versuche, sollte in ihrem Mittelpunkt das Empowerment der Bevölkerung und das Beseitigen kolonialer Strukturen zu stehen haben. Demilitarisierung kann entweder fremdverwaltet werden und von einem Beigeschmack der Unterwerfung begleitet sein oder Demilitarisierung kann selbstverwaltet werden und von einem Willen und einer Möglichkeit zur Hoffnung, zum Frieden und zur Demokratie zeugen.


Dieser Artikel kann nichts tun, als zu informieren und Leser*in und Schreiber die zu selten wahrgenommenen Privilegien der mitteleuropäischen Gesellschaft vor Augen zu führen. Denn das Grauen der Kolonialzeit ist weder verschwunden noch verarbeitet. Die Kongogräuel haben heute andere Formen als zu Zeiten Leopolds II., doch die Folgen westlicher Gewaltherrschaft töten noch immer Menschen und berauben ganze Gesellschaften ihrer Möglichkeiten und Menschenrechte.


Will man Dekolonisierung ernsthaft und nachhaltig betreiben, reicht es nicht, nur in den Diskurs zu gehen. Es ist nötig, die Metaebenen des Diskurses selbst zu hinterfragen. Denn das neoliberale Narrativ, welches in unserer Welt so allgegenwärtig ist, dass es buchstäblich unsichbar wird, sieht nicht nur keine gewaltfreie Lösung für den Virunga vor, sondern fördert auch noch unsere gedankliche Abstraktion vom Geschehen jenseits des Äquators durch seine Exotisierung. Der Kongo darf in unseren Köpfen nicht als „magische Welt“, als „wildes Afrika“ oder als „das da unten“ stigmatisiert werden, wenn wir ernsthaft versuchen wollen, Augenhöhe aufzubauen. Und eben diesen Schritt braucht ein wirklich revolutionärer Ansatz des positiven Friedens: Das Begreifen, dass der Virunga hier ist. Direkt vor uns und unmittelbar. Wir können die Augen schließen, oder sie öffnen und sehen, was noch nicht ist.

Die Geisteshaltung, die diesem Wandel, diesem durchaus anstrengenden (Hin-)Sehen zugrunde liegen könnte, lässt sich ganz gut mit den Worten Ernst Blochs umreißen:

„Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist ins Gelingen verliebt statt ins ­Scheitern.“⁴⁸

Quellen und Anmerkungen:

1 Vgl. Hochschild, Adam (2006): Schatten über dem Kongo. Stuttgart: Klett-Cotta. S. 25-31.

2 Vgl. ebd. S. 157-164.

3 Vgl. Johnson, Dominic (2014): Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. Frankfurt am Main: Brandes & Apsel Verlag. S. 25.

4 Vgl. ebd. S. 23f.

5 Vgl. Hochschild, Adam (2006): Schatten über dem Kongo. S. 165-199.

6 Vgl. ebd. S. 28f.

7 Vgl. ebd. S. 29f.

8 Vgl. ebd. S. 30.

9 Vgl. ebd. S. 423.

10 Vgl. Misser, Francois (2012): Belgien kann ermitteln. https://taz.de/!5077131/. Abgerufen am 26.07.2020.

Vgl. Nzongola-Ntalaja, Georges (2014): Patrice Lumumba. Ohio: University Press. S. 117-133.

11 Vgl. Hochschild, Adam (2006): Schatten über dem Kongo. S. 425f.

12 Vgl. ebd.

13 Vgl. Johnson, Dominic (2014): Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. S. 46.

14 Vgl. Verweijen, Judith, et. al. (2019): Brokering between (not so) overt and (not so) covert networks in conflict zones. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17440572.2019.1596806. Abgerufen am 26.07.2020. S. 3.

15 Vgl. Johnson, Dominic (2014): Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. S. 53.

16 Vgl. Adrian Martin et.al (2011): Understanding the co-existence of conflict and cooperation: Transboundary ecosystem management in the Virunga Massif. https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0022343311412410. Abgerufen am 26.07.2020. S. 628.

17 Vgl. Johnson, Dominic (2014): Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. S. 53f.

18 Vgl. Carayannis, Tatiana (2003): The complex wars of the Congo – Towards a new analytic approach. New York: City University Press S. 237.

19 Vgl. Johnson, Dominic (2014): Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. S. 98f.

20 Vgl. ebd. S. 232 und S. 245.

21 Vgl. WWF (2013) Die ökonomische Bedeutung des Virunga-Nationalparks. https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Studie_Die_oekonomische_Bedeutung_des_Virunga-Nationalparks.pdf. Abgerufen am 26.07.2020. S. 38.

22 Vgl. ICCN (2019): Missions et objectifs de L‘ICCN. https://www.iccnrdc.org/missions.html. Abgerufen am 26.07.2020.

23 Vgl. Virunga-Alliance (2020): Fallen Rangers Project. https://virunga.org/alliance/fallen-rangers-fund. Abgerufen am 26.07.2020.

24 Der Film „Virunga“ steht in der Kritik einiger Forscher*innen (u. a. Judith Verweijen und Esther Marijnen), ein einseitiges und sich selbst bestätigendes Narrativ zu entfalten, bei dem einige wichtige Aspekte nicht berücksichtigt werden und das Handeln des ICCN heroisiert wird.

25 Vgl. Verweijen, Judith, et. al. (2019): Brokering between (not so) overt and (not so) covert networks in conflict zones. S. 5.

26 Vgl. Von Einsiedel, Orlando (2014): Virunga. Der Kampf um die Natur. https://filmsfortheearth.org/de/filme/virunga. Abgerufen am 26.07.2020.

27 Die Informationen der Textstellen, die sich auf ein privates Gespräch im Winter 2019 zwischen der Journalistin Simone Schlindwein und dem Autor des Textes beziehen, werden im Folgenden als Verweis auf dieses Gespräch als Schlindwein, Simone. 2020. gekennzeichnet.

28 Vgl. Verweijen, Judith, et. al (2019): Brokering between (not so) overt and (not so) covert networks in conflict zones. S. 3-5.

29 Vgl. ebd.

30 Vgl. Fund for Peace (2019): Fragile States Index. Annual Report 2019. https://fundforpeace.org/2019/04/10/fragile-states-index-2019/. Abgerufen am 26.07.2020.

31 Vgl. Verweijen, Judith, et. al (2019): Brokering between (not so) overt and (not so) covert networks in conflict zones. S. 10.

32 Vgl. Schlindwein, Simone. 2020.

33 Vgl. Schlindwein, Simone (2019): Aufrüstung im Nationalpark. Die Militarisierung des Naturschutzes in Afrika. https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-militarisierung-des-naturschutzes-in-afrika-aufruestung.3720.de.html?dram:article_id=460626. Abgerufen am 26.07.2020.

34 Vgl. Schaible, Jakob (2019): Krieg in Syrien – Teil einer globalen Radikalisierung.

35 Vgl. von Einsiedel, Orlando (2014): Virunga. Der Kampf um die Natur.

Vgl. Fletcher, Robert (2018): License to Kill: Contesting the legitimacy of Green Violence. https://www.researchgate.net/publication/322123754_License_to_Kill_Contesting_the_Legitimacy_of_Green_Violence. Abgerufen am 26.07.2020. S. 147.

36 Vgl. Europäische Union (2019): Virunga: Preserving Africa’s national parks through people-centred development. https://europa.eu/capacity4dev/articles/virunga-preserving-africas-national-parks-through-people-centred-development. Abgerufen am 01.06.2020.

Vgl. Schlindwein, Simone (2019): Der Fall des Gorilla-Retters. https://taz.de/Skandal-im-Kongo/!5602228&s=buffet+virunga/. Abgerufen am 01.06.2020.

37 Vgl. Virunga-Allianz (2019): https://virunga.org/alliance. Abgerufen am 26.07.2020.

38 Vgl. Schlindwein, Simone, 2020.

39 Vgl. Locke, Lars (2020): En rejse på første klasse for lånte penge. https://nordjyske.dk/nyheder/en-rejse-paa-foerste-klasse-for-laante-penge/afe207dd-a9c4-42ae-ba86-180baf6baefe. Abgerufen am 26.07.2020.

40 Vgl. Joseph, Michael (2020): Linkedin. https://uk.linkedin.com/in/michael-joseph-17459011. Abgerufen am 26.07.2020.

41 Vgl. Virunga-Allianz (2019): https://virunga.org/board. Abgerufen am 26.07.2020.

42 Vgl. Lunstrum, Elizabeth (2016): Feed them to the Lions: Conservation violence goes online. https://www.academia.edu/37790343/Feed_them_to_the_lions_Conservation_violence_goes_online. Abgerufen am 26.07.2020. S. 135-140.

43 Vgl. Marijnen, Esther; Verweijen, Judith (2016): Selling green militarization – The discursive (re)production of militarized conservation in the Virunga National Park. https://www.researchgate.net/publication/307532968. Abgerufen am 26.07.2020. S. 274.

44 Vgl. Von Einsiedel, Orlando (2014): Virunga. Der Kampf um die Natur.

45 Vgl. Marijnen, Esther; Verweijen, Judith (2016): Selling green militarization: The discursive (re)production of militarized conservation in the Virunga National Park. S. 275 - 277.

46 Vgl. Fletcher, Robert; 2018: License to Kill: Contesting the legitimacy of Green Violence. S. 155-157.

47 Vom Verfasser aus dem Englischen übersetzt: „The Public-Private Partnership agreement established in 2011 gives the Virunga Foundation an official mandate and the management freedom needed to rapidly and effectively implement a conservation peace-building program.“

Virunga-Allianz (2019): https://virunga.org/board. Abgerufen am 26.07.2020.

48 Bloch, Ernst (1985): Das Prinzip Hoffnung. Werkausgabe, Band 5. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Bildnachweise (chronologisch):

mapchart.net. Africa. 2020. URL: https://mapchart.net/. Abgerufen am 10.09.2020. CC BY-SA 4.0.

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Miremet, Rob. Prince Bernhard and Mobutu Sese Seko 1973. URL: https://search.creativecommons.org/photos/4216c262-bc4d-

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Jakob Schaible. Karte des Virunga. Eigenes Werk. 2020. CC BY-NC 2.0.

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WWF-Global Photo Network. Emmanuel De Merode at the TEDx WWF conference, Geneva. URL: https://ccsearch.creativecommons.org/photos/8a64f0a6-8ac6-4b5c-afc3-d2ddead025ea. Abgerufen am 07.09.2020. CC BY-NC 2.0.

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2ecc-4dec-b78b-b975ffcea776. Abgerufen am 07.09.2020. CC BY-NC 2.0

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